Die Texte auf einer Website für die Suchmaschinen zu optimieren (SEO), ist eine erfolgversprechende und kostengünstige Art, mehr Besucher anzulocken. Wie das suchmaschinenoptimierte Schreiben funktioniert, habe ich vor einiger Zeit in diesem Artikel beschrieben: Für Suchmaschinen und Menschen texten. Doch wie findet man eigentlich passende Keywords für die SEO? Einige Tipps verrät dieser Artikel.
Das wichtigste Hilfsmittel für die Keyword-Recherche ist das Google AdWords Keyword Tool. Als Ergänzung dazu gibt es Google Insights for Search. In diesem Artikel möchte ich mich jedoch auf das AdWords Keyword Tool konzentrieren.
Wie der Titel dieses Abschnitts schon aufzeigt, muss man sich bei der Auswahl von geeigneten Keywords nicht auf das Glück verlassen. Mit Hilfe des Google AdWords Keyword Tool kann man herausfinden, welche Suchbegriffe am meisten Potenzial haben. Gib einfach einen oder mehrere Suchbegriffe ein und das Tool analysiert sie für dich. Folgende Infos sind für dich interessant:
Das Keyword Tool verrät dir, wie viele Google-Besucher im letzten Monat nach deinem Begriff gesucht haben. Du erfährst einerseits, wie oft das Keyword weltweit eingegeben wurde und andererseits, wie viele Benutzer innerhalb deiner Region danach gesucht haben. Wenn du auf Deutsch schreibst und deine Zielgruppe nicht über den ganzen Globus verstreut ist, dürfte die zweite Angabe wichtiger für dich sein.

Nur, weil viele nach deinem Keyword suchen, ist es noch lange nicht das ideale Keyword für dich. Manche Keywords sind härter umkämpft als andere. Wenn du mit deiner Website oder deinem Artikel bei Google auf der ersten Seite landen willst, ist ein Keyword mit nicht zu starker Konkurrenz in der Regel besser geeignet. Nur, wenn du bereit bist, über längere Zeit viel Aufwand in die Suchmaschinenoptimierung zu stecken, kann sich auch ein Keyword mit vielen Mitbewerbern lohnen.

Für diesen Artikel habe ich unter anderem die Keywords «SEO Keywords» und «SEO Suchbegriffe» analysiert. Zum ersten Keyword gab es im letzten Monat 1300 lokale Anfragen (das ist schon mal nicht schlecht), zum zweiten praktisch keine. «SEO Keywords» hat sehr viele Mitbewerber, «SEO Suchbegriffe» fast keine. In diesem Fall ist die Entscheidung klar: Das erste Keyword gewinnt, obwohl ich damit wohl nicht auf der ersten Seite landen werde. Wäre die Nachfrage zum weniger stark umkämpften Keyword «SEO Suchbegriffe» etwas höher (aber niedriger als 1300), wäre es unter Umständen besser geeignet.
Hier siehst du, wie sich die Nachfrage nach deinem Keyword in den letzten 12 Monaten entwickelt hat. Ein Keyword mit steigender Nachfrage ist interessanter als eines mit sinkender Tendenz.

Nicht immer fallen einem die besten Keywords einfach so ein. Das Google AdWords Keyword Tool hilft zum Glück auch bei der Suche nach alternativen Suchbegriffen. Vielleicht ist ja einer darunter, der genauso gut zu deinen Inhalten passt, aber mehr Potenzial hat? Oder du lässt dich von der Liste inspirieren und findest dadurch noch weitere Keywords.
Keywords, die nur aus einem Wort bestehen, verzeichnen zwar oft sehr viele Anfragen, die Konkurrenz ist aber auch entsprechend gross. Deshalb ist es meist sinnvoller, zusammengesetzte Keywords zu wählen. Ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass du deine Keywords so besser auf deine Zielgruppe zuschneiden kannst. Wenn du beispielsweise mittelalterliche Kleider verkaufst, solltest du nicht für «Kleider» werben, sondern für «Mittelalter Kleider» oder etwas in der Art.
Eine Texterin ist für Google nicht das Gleiche wie ein Texter. In den letzten 12 Monaten suchten 2400 Nutzer nach dem Keyword «Texterin». Zum Keyword «Texter» gab es satte 49 500 lokale Anfragen. Die Konkurrenz ist für beide Keywords relativ hoch. Was heisst das nun für mich als Texterin? Nun, ehrlichgesagt habe ich keine Lust, mich auf meiner Website als Mann zu verkaufen. Damit würde ich vermutlich meine Besucher abschrecken. Aber wenn ich kreativ genug bin, finde ich andere Möglichkeiten, meine Website auch für das Keyword «Texter» zu optimieren. Zum Beispiel, indem ich für Backlinks mit diesem Stichwort sorge. Oder indem ich über ein Texter-Thema blogge. Wie auch immer, bei der hohen Konkurrenz werde ich so oder so ziemlich viel Aufwand betreiben müssen.

In anderen Fällen ist es einfacher, geeignete Wortendungen zu wählen. Wenn ich auf meiner Website Bücher verkaufen will, formuliere ich den Titel so, dass das Wort «Bücher» drin vorkommt und nicht etwa von «Büchern» die Rede ist. Im Fliesstext werden sich andere Wortformen nicht immer vermeiden lassen.
Hast du ein erfolgversprechendes Keyword gefunden, das nicht hundertprozentig zum Inhalt deiner Website passt? Dann lass die Finger davon. Wenn deine Besucher auf deiner Website nicht das finden, was sie suchen, sind sie schnell wieder weg.
Und übertreibe es beim Texten nicht mit dem Optimieren. Der Text sollte in erster Linie für Menschen interessant sein, nicht für die Suchmaschinen. Zu viel Optimierung beeinträchtigt die Textqualität, und das ist nun wirklich nicht der Sinn der Sache.
Gute Zusammenfassung zu diesem Thema, mit genau dem richtigen Fingerzeig: SEO = Aufwand.
Sonnige Grüße vom Bodensee
Jörg
@Jörg: Danke für dein Feedback :) Stimmt, SEO kann sehr aufwändig sein. Aber wenn man genug Zeit und das nötige Know-how dafür hat, kann der Nutzen enorm sein. Sonnige Grüsse zurück (einen See hätte ich jetzt auch gern in der Nähe) :)
Sehr spannend ist selbstverständlich noch im Google Keyword-Tool die Möglichkeit über “Keyword Optionen” (linke Spalte unten) sich unterschiedliche Werte ausliefern zu lassen, je nachdem ob man das Wort “exakt”, “weitgehend” oder als Bestandteil der “Wortgruppe” ausgewertet haben möchte.
Hier sind oftmals signifikante Unterschiede zu verzeichnen! Da das Tool per default auf “weitgehend” eingestellt ist, macht es Sinn, dies auf “exakt” umzustellen um in einem ersten Schritt einfach nur die nackten Zahlen für die Eingabehäufigkeit generischer Suchbegriffe zu erhalten… so sieht man am ehesten wie stark umkämpft ein Keyword ist…
Hallo Barbara,
der Artikel ist wirklich gut. SEO macht definitiv Arbeit, erfordert eine gewisse Kreativität und der eigene Erfolg hängt auch von der Konkurrenz ab.
Am besten gefällt mir der Hinweis, nicht zu viel zu optimieren und für Menschen zu schreiben. Google verändert fast jeden Tag seinen Algorithmus ein wenig. Wer für Menschen schreibt, ist aus meiner Sicht auch langfristig auf der sicheren Seite.
Viele Grüße
Jan
Guter Artikel werde mir gleich Deine Seite mal zu iGoogle hinzufügen. Diese sachen sind zwar alles Basics hast du aber toll beschrieben Danke.
SEO = viel Arbeit, aber Arbeit die zu bewältigen ist und sich lohnt. Die Arguemten weshalb es sich lohnt kennen wir ja zu Hauf. Nur das SEO Wissen sich anzueignen ist Arbeit und erfordert eine Menge Lesearbeit :-) lg Dan
Schöner Einstieg in das Thema :)
Weitere Tools und Techniken findet ihr in meiner Präsentation der SMX München 2010 – Die richtigen Worte finden: Tools und Techniken für die Keywordauswahl:
Unter: http://www.seokai.com/wp-content/uploads/2010/03/SMX-1-1-1-Basic-Keyword-Research-Kai-Spriestersbach.pdf
Der Artikel dazu: http://www.seokai.com/mein-smx-munchen-2010-recap/
Manchmal reicht auch einfach die Fragestellung “wonach würde ich suchen” oder “wonach sucht ein Leser” um dann den passenden Spagat zwischen Keyword und Text zu finden.
Oftmals schränkt man sich in der eigenen Kreativität zu sehr ein, wenn man nur auf ein Schlüsselwort hin seinen Text verfasst.
Besten Dank für den Artikel. Es bestätig sich wieder einmal, dass SEO mit echter Arbeit verbunden ist und Abkürzungen auf kurzen Füssen stehen. Genauso verhält es sich mit dem Erstellen von Backlinks (Linkbuilding). Mehr Infos und Tipps dazu findet Ihr unter: http://www.link-fabrik.com
Die Suche nach den richtige Keywords ist nach wie vor ein zeitraubendes Thema. Aber was tut man nicht alle für den Erfolg. Mir haben dabei die Keywordassoziationen von MetaGer geholfen. Auf jeden Fall waren Ideen dabei an die ich nicht gedacht habe.
Hallo Barbara,
danke für den Super Artikel! ;-) Ich hätte da nur eine Frage zum Verständnis: Sind die Ergebnisse bei dem oben von Die erwähnten “Google Insight Search” für die eingegebenen Keywords “exakt” oder “weitgehend”? Es liefert zwar keine absoluten Zahlen, dennoch ist mMn der Unterschied zwischen beiden Optionen für einen sinnvollen Vergleich enorm.
lg, Sofia
Hallo wordweb, in einem Artikel der die allgemeine Vorgehensweise und Methoden zur Keyword-Recherche beschreibt haben wir u.a. auf diesen tollen Artikel verlinkt – da er das Keyword Tool und die sonstigen Möglichkeiten wirklich gut wiedergibt. Den Artikel findet man unter Gute und schlechte Keywords Liebe Grüße
@seobesser: Vielen Dank für das nette Feedback und den Link :)
Danke für den Artikel. Ich finde ihn sehr hilfreich und interessant. Ich hab ihn gern gelesen. Ihren Blog werde ich definitiv in meine Favoriten-Liste übernehmen. :)
Besten Dank und viele Grüße
Danke für den ausführlichen Bericht. Jetzt weiß ich noch deutlicher, wie ich die richtigen Keywords finden kann. Gute Erfahrungen habe ich auch mit dem Buch Sag es treffender gemacht. In dem Handbuch sind über 57.000 Verweise auf sinnverwandte Wörter zu finden und bieten eine riesige Auswahl, falls der besonders beliebte Keyword doch zu hart umkämpft sein sollte.
Kreative Grüße aus dem verschneiten Spaichingen
bernd schimanski
(der mit Worten spielt)
Hallo Zusammen,
bei der Eingabe in Google “Keyword tool” bleiben die lokalen Trends weg.
Wie binde ich diese ein, bzw was muß ich anderst machen?
Viele Grüße
Stefan
Dieses Thema ist wirklich interessant. Wenn ich neuen Content für eine Webseite erstelle achte ich zwar immer darauf das ich auch Keywords – sowohl einzeln als auch als Longtail unterbringe aber über die Häufigkeit entscheide ich rein nach Bauchgefühl. Ein normaler Mensch würde sicherlich auch nicht bei einem Text genau nachzählen in welchem prozentualem Verhältnis ein Wort erscheint. Je nach Thema und Art des Textes kann dies auch stark voneinander abweichen. Meiner Meinung nach ist hier ein gutes Bauchgefühl ab wann die Wörter auf den Leser belästigend wirken viel mehr wert als statistische Auswertungen.
Schöner Beitrag zum Thema Keywordsuche.
Beitrag wird archiviert und in meiner aktuellen Marketingaktion mit berücksichtigt….
Vielen Dank
ingo
Es kann auch überaus interessant sein, wenn man die Suchergebnis-URL von google in das Keyword-Tool (Feld “Website”) einträgt und somit anstatt nach einem Wort zu suchen, sich konkrete Keywords zu einer URL ausgeben zu lassen.