Semantisches (X)HTML ist heute hoch im Kurs. Das heisst: Der Inhalt einer Website soll auch in Browsern lesbar sein, die kein CSS verarbeiten können (z.B. auf gewissen mobilen Plattformen). Ausserdem können Suchmaschinen den Inhalt von Bildern und Flash-Dateien nicht lesen. Deshalb ist es wenig sinnvoll, Informationen nur in Bildform zu präsentieren. Aus diesem Grund verwenden viele Webdesigner sogenannte Image-Replacement-Methoden. Das bedeutet: Sie legen Bilder mit Hilfe von CSS-Techniken so über einen Text, dass für den Besucher nur das Bild sichtbar ist. Andererseits ist bekannt, dass versteckte Texte schlecht für die SEO sind und von Google bestraft werden. Was das für die Verwendung von Image-Replacement-Methoden bedeutet, möchte ich in diesem Artikel genauer untersuchen.
Es gibt viele Methoden, unsichtbare Texte in eine Website einzufügen. In den 90er-Jahren war es zum Beispiel «in», schwarzen Text mit einem schwarzen Hintergrund zu maskieren. Dahinter steckte die Idee, Texte mit möglichst hoher Keyword-Dichte auf der Website zu platzieren, ohne menschliche Besucher abzuschrecken. Ursprünglich sollte diese Methode die Suchpositionen bei Google verbessern. Inzwischen erkennen die Suchmaschinen jedoch solche Tricks und werten sie als Spam.
Wie ich oben bereits angedeutet habe, ist der eigentliche Zweck von Image-Replacement-Methoden nicht die Täuschung der Suchmaschinen, sondern die Wahrung einer semantischen Inhaltsstruktur.
Besonders beliebt ist heute die Phark-Methode. Mit dieser Technik schiebt man den Text hinter einem Bild so weit über den Browserrand hinaus, dass nur noch das Bild sichtbar ist. Das kann zum Beispiel so aussehen:
1 | <h1>WordWeb Webtext & Webdesign</h1> |
1 | h1 {background-image: url(logo.jpg); text-indent: -9999px;} |
Die Frage, ob die Verwendung dieser Technik von Google toleriert wird oder nicht, sorgt immer wieder für Verwirrung. Eine ganz eindeutige Antwort habe ich bei meinen Recherchen nicht gefunden. Die allgemeine Meinung lautet jedoch: Google ist inzwischen schlau genug, um Image Replacement von Spam zu unterscheiden. Wichtig ist, dass man es mit dieser Methode nicht übertreibt. So sollte man beispielsweise keine langen Ansammlungen von Keywords hinter Bildern verstecken, sondern sich darauf beschränken, den tatsächlichen Inhalt des Bildes wiederzugeben. Wenn man Image-Replacement-Techniken in einem vernünftigen Rahmen verwendet, kann man davon ausgehen, dass dies keine nachteiligen Folgen für die SEO hat.

Bild: stock.xchng
Wenn du mehr zum Thema «Image Replacement und SEO» erfahren möchtest, empfehle ich dir die folgenden Artikel:
Demystifying Google’s text-indent mystery
CSS Image Replacements and SEO
Is CSS Image Replacement OK for SEO?
Was denkst du über dieses Thema? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!
@Barbara: Vielen Dank für deinen Artikel, das Thema Image Replacement ist wirklich recht spannend :-)
Ich nutze Image Replacement (mit text-intent) ab und zu z.B. bei Logos. Ich habe aber auch schon gelesen, dass Google diese Technik eventuell als Spam einstuft und es besser ist, wenn man einfach den alt-Tag für den Text verwendet.
Ich denke also man sollte Image Replacement Methoden wenn möglich vermeiden, und nur dezent einsetzen.
Viele Grüße
und Happy Friday
Ellen
@Ellen: Vielen Dank für deine Meinung :) Ich bin mit der Phark-Methode inzwischen auch vorsichtiger geworden, obwohl ich bis jetzt nie das Gefühl hatte, dass Google sie in irgendeiner Weise bestraft. Aber sicher ist sicher. Für irgendwas gibt es ja die ALT- und Title-Tags :)
Wir setzen auf unserem Portal Image-Replacement ein und hatten bislang noch überhaupt keine Probleme damit (Lösung: z-index). Es ist jedoch wichtig, dass diese Technik, wie Ellen meint, “dezent” eingesetzt wird.
Im Klartext heißt das, dass relevanter Content grundsätzlich NICHT per Image-Replacement optisch aufbereitet werden soll. EIn Logo oder eine grafisch optimierte Designschrift bei Headlines wird indes den Google Spamfilter nicht Alarm schlagen lassen.
Gruß,
Sebastian
Image-Replacement-Techniken stellen für die Suchmaschinenoptimierung kein Problem dar, solange die Suchmaschine im Quelltext das Selbe sieht, wie der User in den entsprechenden Grafiken.
Die Verwendung von IR ist gängige Praxis um grafische Navigationen zu optimieren, denn Keywords im ALT-Attribut eines verlinkten Bildes werden nicht mit der gleichen Gewichtung gewertet, wie echter Plain-Text im Anker.