Diese Woche mache ich zum ersten Mal beim Webmaster Friday mit. Die Autoren dieses Blogs geben jeden Freitag ein Thema vor und laden andere Blogger dazu ein, darüber zu schreiben. Heute geht es um die Frage: Ertrinken wir in der Informationsflut?

Bild: Flickr, Hamed Saber
Wer jeden Tag viele Stunden lang im Internet unterwegs ist, für den kann die ungeheure Fülle an Informationen tatsächlich zum Problem werden. Twitter, Facebook, Blogs, E-Mails, Skype und Co. beliefern uns ständig mit neuen Inputs. Wer nicht aufpasst, wird dadurch schnell unkonzentriert und ineffizient. Der Arbeitstag ist im Nu vorbei, und man fragt sich, wieso man nur die Hälfte der geplanten Aufgaben erledigt hat. Am nächsten Tag geht es genau gleich weiter. Stress pur!
Zum Glück gibt es genügend Wege, sich vor der Informationsflut zu schützen. Niemand zwingt uns dazu, uns ihr täglich acht oder zehn Stunden lang auszuliefern. Wir selbst sind unser grösster Feind. Die ständige Informationsaufnahme kann zu einer wahren Sucht werden. Man braucht nur vor einer Aufgabe zu stehen, auf die man gerade keine Lust hat, und schon spürt man den unausweichlichen Impuls, das Unangenehme um ein paar Minuten rauszuschieben, indem man noch schnell die neusten Facebook-Meldungen liest. Solche Abläufe automatisieren sich leicht.
Es ist deshalb wichtig, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, woher die ständigen Ablenkungen kommen und was sie bewirken. Mit etwas Disziplin lassen sich die meisten Konzentrationsstörer nämlich leicht ausschalten. TweetDeck muss nicht den ganzen Tag laufen. Genauso wenig nützt es, stündlich die Statistiken der eigenen Website zu kontrollieren oder im Feedleser nach neuen Blog-Artikeln zu suchen.

Bild: Flickr, Marie Galante
Mir persönlich hat es sehr geholfen, für mich selbst klare Regeln aufzustellen. Wenn ich mich konzentrieren muss, schalte ich Twitter & Co. aus. Dringende E-Mails beantworte ich sofort, alles andere darf bis am Abend liegenbleiben. Sehr wichtig sind für mich auch klar geregelte Arbeitszeiten. Morgens fange ich immer etwa um die gleiche Zeit an, erledige bis 9.00 Uhr alles Unproduktive (E-Mails, etc.) und fange dann mit den Kundenaufträgen an. Auch die Mittagspause und den Feierabend plane ich fix ein (Ausnahmen bestätigen die Regel). Damit zwinge ich mich, effizienter zu arbeiten. Sobald ich merke, dass die Informationsflut zu sehr ablenkt und meinen Zeitplan in Gefahr bringt, ergreife ich Gegenmassnahmen.
Wenn du noch mehr Inspiration zum Thema Selbstorganisation und Zeitplanung brauchst, findest du in diesem Artikel ausführliche Informationen und viele hilfreiche Tipps:
Selbständig arbeiten ohne Stress
Zwei tolle Bücher zum Thema:
Noch mehr Zeit für das Wesentliche: Zeitmanagement neu entdecken von Lothar Seiwert
Organisieren Sie noch oder leben Sie schon? Zeitmanagement für kreative Chaoten von Cordula Nussbaum
Weitere interessante Artikel zum Thema «Ablenkungen ausschalten» findest du hier:
Fokussier dich! – Der Mythos und die Plage der Ablenkung
Effizientes Arbeiten: 12 Tipps
Wie gehst du mit der täglichen Informationsflut um? Kennst du weitere nützliche Links, Werkzeuge oder Bücher zum Thema? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!
Danke für den Artikel. Ich persönlich mache es ebenso. Okay, als Musiker habe ich eher ungeregelte Arbeitszeiten :) aber auch diese muss man planen und vor allem wenn man Zeit hat, sollte man auch diese irgendwie organisieren um nicht sinnlos etwas zu tun.
Viele sagen mir immer, wie hat man überhaupt Zeit für Facebook oder Twitter usw.? Das Problem ist, dass meistens gerade diese Leute nicht ganz begriffen haben worum es bei Social Media geht.
Damit kann man ja auch viel Zeit vergeuden. Ich nutze es aber als Netzwerk und für mein Business und bislang hat es sich sehr bewährt. Aber auch hier muss man ganz klar festsetzen wie man damit umgeht. Man kann es sinnvoll nutzen und umgekehrt!
Persönlich mag ich es Dinge zu erledigen, produktiv zu sein und nicht lange liegen zu lassen. Aber manchmal muss ich wirklich abwägen, ob etwas gerade so dringend ist oder doch eher nicht Zeit hat. Das muss ich mir persönlich auch immer wieder sagen!
Besonders wenn man Selbständig ist, ist es wichtig einen geregelten Tag zu haben, auch wenn man es irgendwie machen könnte.
Habe selber gemerkt, dass dies sehr viel bringt und man einfach weiter kommt! Weniger Stress hat!
Aber auch Zeiten der Ruhe muss man sich nehmen. Sehr wichtig und nicht immer denken alles muss sofort gemacht werden. Einfach auch mal alles niederlegen und zur Ruhe kommen. Genau so wichtig wie ein geregelter Tag.:)
Interessante weiterführende Links!
Im Übrigen stimme ich dir zu, man steht sich meist selbst im Weg. Anstatt das anzuerkennen, lässt es sich bequem auf die Informationsflut schieben. Aber so sind wir Menschen eben gestrickt. :-)
Grüße
Tina
Vielen Dank für eure Kommentare :)
@Dave: Ich denke auch, dass es wichtig, sich genau zu überlegen, was man mit der ganzen Social-Media-Geschichte erreichen will. Ausser Facebook nutze ich die meisten Plattformen vor allem geschäftlich. Deshalb sieht man mich am Wochenende auch selten auf Twitter. Heute ist eine Ausnahme ;)
@Tina: Ich finde es sehr wichtig, immer wieder zu erkennen, wie viel Stress wir uns selber machen. Viele Verhaltensweisen automatisieren sich leicht. Deshalb muss man sich ab und zu daran erinnern, dass es auch anders geht. Aber wie du sagst, wir sind eben Menschen ;)
Manchmal kann es ganz hilfreich sein, nicht am Computer zu arbeiten. Für neue Ideen und kreatives Brainstorming nutze ich gern einen Zettel und einen Stift. Nicht alles muss digital erledigt werden…
@Sören: Das ist ein sehr guter Input, vielen Dank. Ich kann dir nur zustimmen. Auch ich nutze immer noch häufig Zettel und Stifte. Am liebsten setze ich mich für solche Aufgaben auf den Balkon :)