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Die wichtigsten Kommaregeln für besser lesbare Texte

11. März 2010 . von Barbara Frolik . 16 Kommentare
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Kommaregeln haben viele von uns bereits in der Grundschule gelangweilt. Die Frage, wo ein Komma hingehört und wo nicht, sorgt deshalb oft für Verwirrung. Dennoch ist es hilfreich, die wichtigsten Kommaregeln zu kennen. Kommas helfen, Sätze übersichtlich zu gliedern, und tragen zu einer besseren Verständlichkeit von Texten bei. Einige wichtige Kommaregeln möchte ich dir in diesem Artikel erklären.

Kommaregeln

Aufzählungen

Satzteile, die man auch mit einer Konjunktion (z.B. «und») verbinden könnte, trennt man mit einem Komma.

Die Schafe sahen den Wolf, erschraken und rannten davon.
Weisse, schwarze und braune Schafe waren auf der ganzen Wiese verteilt.
Die Schafe frassen Gras, Kräuter und Blumen.

Hauptsätze und Nebensätze

Zwischen zwei Hauptsätzen steht immer ein Komma, es sei denn, sie werden durch eine Konjunktion (z.B. «und», «oder», «sowie», «weder … noch») getrennt. In solchen Fällen ist das Komma freiwillig.

Der Hund bellte, die Schafe rannten davon.
Der Hund bellte und die Schafe rannten davon.
Der Hund bellte, und die Schafe rannten davon.

Nebensätze werden mit einem Komma abgetrennt. Nebensätze kannst du daran erkennen, dass sie (genau wie Hauptsätze) ein konjugiertes Verb enthalten.

Das Schaf wusste genau, wo die besten Kräuter wuchsen.
Der Schäfer merkte sofort, dass ein Schaf fehlte.

Das gilt auch für eingeschobene Nebensätze und Relativsätze.

Das Schaf, das oben auf dem Hügel stand, wusste genau, wo die besten Kräuter wuchsen.
Der Wolf lag, obwohl die Schafe gut bewacht waren, die ganze Nacht auf der Lauer.

Wenn ein Satzteil kein konjugiertes Verb enthält, bzw. wenn ein Satz nur ein Verb enthält, ist es hingegen meist falsch, ein Komma einzufügen.

Das Schaf mit den grossen Ohren, hört besonders gut.
Das Schaf mit den grossen Ohren hört besonders gut.

Nach dem Vollmond, schliefen die Schafe wieder ruhiger.
Nach dem Vollmond schliefen die Schafe wieder ruhiger.

Einschiebungen

Eine Einschiebung schliesst man in Kommas ein.

Schneeflocke, ein besonders aufmerksames Schaf, bewunderte die schönen Blumen.
Die Schafe, besonders die kleinen Lämmer, fürchten sich vor dem Wolf.

Erweiterter Infinitiv

Einen Infinitiv erkennst du daran, dass er aus dem Wort «zu» und einem nicht konjugierten Verb besteht (z.B. «zu blöken»). Wenn er für sich alleine steht, wird er nicht mit einem Komma abgetrennt.

Die Schafe begannen zu blöken.

Sobald du den Infinitiv aber mit einer Zusatzinformation erweiterst, ist das Komma erlaubt.

Die Schafe begannen, ihr Lieblingslied zu blöken.

Vor «um», «ohne», «statt», «anstatt», «ausser» oder «als» steht immer ein Komma.

Die Schafe blökten stundenlang, ohne heiser zu werden.
Die Schafe machten Sport, um abzunehmen.

Kein Komma steht bei erweiterten Infinitiven nach den Verben «sein», «haben», «brauchen», «pflegen» und «scheinen».

Die Schafe pflegen nachmittags eine Stunde zu schlafen.

Buchtipps zum Thema Kommaregeln und Zeichensetzung

Jetzt bist du dran!

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16 Kommentare

  • Andrea sagt am 11. März 2010

    Nur ein kleiner Fehler im Satz
    “Nach «um», «ohne», «statt», «anstatt», «ausser» oder «als» steht immer ein Komma.”

    Es sollte heißen “Vor um, ohne, statt … steht immer ein Komma.”

    Schöne Grüße von
    Andrea

  • Barbara sagt am 11. März 2010

    @Andrea: Oh ja, du hast natürlich recht.
    Vielen Dank :)

  • erfolg sagt am 11. März 2010

    … und außerdem haben sich die beistrichregeln auch mit der rechtschreibreform geändert, oder?! jedenfalls ich bin ein notorischer VOR der rechtschreibreform schreiber…
    alles liebe

  • Ellen sagt am 12. März 2010

    Herrlich, vielen Dank für diesen Artikel! Den habe ich glaube ich dringend nötig ;-) Werde mir die Regeln am Wochenende mal einprägen ;-)
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende ans Wordweb-Team :-)

  • Barbara sagt am 15. März 2010

    @erfolg: Ja, mit der Rechtschreibreform hat sich vieles geändert. Inzwischen wurde einiges aber auch wieder rückgängig gemacht. Bei den Kommaregeln ist fast alles wieder beim Alten, würde ich mal sagen. Abgesehen davon, dass man teilweise auswählen darf, welche Variante man bevorzugt.

    @Ellen: Freut mich, dass ich helfen konnte. Ich hoffe aber, du hast das Wochenende nicht nur mit Kommas verbracht ;)

  • Andi sagt am 17. März 2010

    Vielen Dank für den Artikel Barbara! Und wieder hab ich was dazu gelernt. Meine Kommasetzung war bisher eher willkürlich und ich hoffe das ändert sich nun :-)

  • René sagt am 3. April 2010

    Ja ja, dieses Kommaproblem :) Bin durch Zufall über deinen Blog gestolpert und mag Deine art zu schreiben. Dieser Artikel hat mich einige Jahrzehnte zurück versetzt.

    Bin gespannt was mich die nächste Zeit hier erwartet.

    LG aus Dresden… Määäh!

  • Gerd sagt am 3. Juli 2010

    Das ist eine prima Referenz für alle, die durch die vielen Rechtschreibreformen den Überblick verloren haben und jetzt nur noch schreiben wie sie wollen. Vielen Dank dafür, das werde ich mir bookmarken.

  • Mika sagt am 3. Juli 2010

    Da ich kein Deutscher bin habe ich echt Probleme damit. Danke für diesen Artikel Gruß Mika

  • Stephan Bresser sagt am 13. August 2010

    Hervorragend zusammengefasst. Bisher fehlte mir die Zeit eine solche Zusammenstellung anzufertigen. Nun ist die da. Einfach so. 1000 Dank. Ich nenne mit Freude diese Quelle und komme von nun an gerne ins Schweizer Web.

    Grüße aus Köln

  • Miki sagt am 29. Dezember 2010

    Vielen Dank für den Artikel Barbara! Meine Kommasetzung war bisher eher aus dem bauch raus :)

    Ich wünsche einen guten Rutsch.

    Gruß Miki

  • Knut sagt am 30. März 2011

    Hallo,

    wie heißt die Regel, dass man wenn man den Satz hat:

    z.B. Wenn es so ist kann ich nichts machen. Warum kommt nach “ist” ein Komma?

    GLG Knut

  • Barbara Frolik sagt am 30. März 2011

    Hallo Knut, der Satz besteht aus zwei Nebensätzen. Du kannst sie daran erkennen, dass beide ein konjugiertes Verb enthalten (ist und kann):

    Wenn es so ist, kann ich nichts machen.

  • Knut sagt am 30. März 2011

    Dank dir, brauch es für eine Hausarbeit. Meine Grammatik, Zeichensetzung und Rechtschreibung ist sehr gut, nur ich kenne die Regeln nicht so gut :). Dank dir!

  • Katalin sagt am 1. Juli 2011

    Hallo Barbara,

    diese sehr übersichtliche Erklärung zur Beistrichsetzung sollte für viele eine Pflichtlektüre sein. Ich sehe häufig, dass die richtige Beistrichsetzung für viele Texter eine große Hürde ist. Dabei sollte man doch ganz einfach auf den Satzrythmus achten.
    Kompliment auch für Deine anderen Artikel rund um das Texten fürs Web, sie sind verständlich und informativ geschrieben.

  • Christoph sagt am 6. Juli 2011

    Zu Barbara am 30.03.2011. Natürlich ein Nebensatz und ein Hauptsatz. Nebensätze ohne Hauptsatz kann es nicht geben. Weil der Nebensatz vorangeht, (mit Wenn eigeleitet), steht das Verb des Hauptsatzes (ist) vorn statt hinten.
    Ich finde Kommas wichtig beim Vorlesen, sie helfen beim Sprechrhythmus.
    Noch eine Anmerkung: Komas sind mit Sicherheit in Bewerbungsschreiben wichtig!
    Danke für die gekonnte Kurzfassung der Kommregeln!

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