Kommaregeln haben viele von uns bereits in der Grundschule gelangweilt. Die Frage, wo ein Komma hingehört und wo nicht, sorgt deshalb oft für Verwirrung. Dennoch ist es hilfreich, die wichtigsten Kommaregeln zu kennen. Kommas helfen, Sätze übersichtlich zu gliedern, und tragen zu einer besseren Verständlichkeit von Texten bei. Einige wichtige Kommaregeln möchte ich dir in diesem Artikel erklären.
Satzteile, die man auch mit einer Konjunktion (z.B. «und») verbinden könnte, trennt man mit einem Komma.
Die Schafe sahen den Wolf, erschraken und rannten davon.
Weisse, schwarze und braune Schafe waren auf der ganzen Wiese verteilt.
Die Schafe frassen Gras, Kräuter und Blumen.
Zwischen zwei Hauptsätzen steht immer ein Komma, es sei denn, sie werden durch eine Konjunktion (z.B. «und», «oder», «sowie», «weder … noch») getrennt. In solchen Fällen ist das Komma freiwillig.
Der Hund bellte, die Schafe rannten davon.
Der Hund bellte und die Schafe rannten davon.
Der Hund bellte, und die Schafe rannten davon.
Nebensätze werden mit einem Komma abgetrennt. Nebensätze kannst du daran erkennen, dass sie (genau wie Hauptsätze) ein konjugiertes Verb enthalten.
Das Schaf wusste genau, wo die besten Kräuter wuchsen.
Der Schäfer merkte sofort, dass ein Schaf fehlte.
Das gilt auch für eingeschobene Nebensätze und Relativsätze.
Das Schaf, das oben auf dem Hügel stand, wusste genau, wo die besten Kräuter wuchsen.
Der Wolf lag, obwohl die Schafe gut bewacht waren, die ganze Nacht auf der Lauer.
Wenn ein Satzteil kein konjugiertes Verb enthält, bzw. wenn ein Satz nur ein Verb enthält, ist es hingegen meist falsch, ein Komma einzufügen.
Das Schaf mit den grossen Ohren, hört besonders gut.
Das Schaf mit den grossen Ohren hört besonders gut.
Nach dem Vollmond, schliefen die Schafe wieder ruhiger.
Nach dem Vollmond schliefen die Schafe wieder ruhiger.
Eine Einschiebung schliesst man in Kommas ein.
Schneeflocke, ein besonders aufmerksames Schaf, bewunderte die schönen Blumen.
Die Schafe, besonders die kleinen Lämmer, fürchten sich vor dem Wolf.
Einen Infinitiv erkennst du daran, dass er aus dem Wort «zu» und einem nicht konjugierten Verb besteht (z.B. «zu blöken»). Wenn er für sich alleine steht, wird er nicht mit einem Komma abgetrennt.
Die Schafe begannen zu blöken.
Sobald du den Infinitiv aber mit einer Zusatzinformation erweiterst, ist das Komma erlaubt.
Die Schafe begannen, ihr Lieblingslied zu blöken.
Vor «um», «ohne», «statt», «anstatt», «ausser» oder «als» steht immer ein Komma.
Die Schafe blökten stundenlang, ohne heiser zu werden.
Die Schafe machten Sport, um abzunehmen.
Kein Komma steht bei erweiterten Infinitiven nach den Verben «sein», «haben», «brauchen», «pflegen» und «scheinen».
Die Schafe pflegen nachmittags eine Stunde zu schlafen.
Hast du Fragen oder ist dir ein Fehler aufgefallen? Schreib einfach einen Kommentar, und ich werde so schnell wie möglich darauf antworten.
Nur ein kleiner Fehler im Satz
“Nach «um», «ohne», «statt», «anstatt», «ausser» oder «als» steht immer ein Komma.”
Es sollte heißen “Vor um, ohne, statt … steht immer ein Komma.”
Schöne Grüße von
Andrea
@Andrea: Oh ja, du hast natürlich recht.
Vielen Dank :)
… und außerdem haben sich die beistrichregeln auch mit der rechtschreibreform geändert, oder?! jedenfalls ich bin ein notorischer VOR der rechtschreibreform schreiber…
alles liebe
Herrlich, vielen Dank für diesen Artikel! Den habe ich glaube ich dringend nötig ;-) Werde mir die Regeln am Wochenende mal einprägen ;-)
Viele Grüße und ein schönes Wochenende ans Wordweb-Team :-)
@erfolg: Ja, mit der Rechtschreibreform hat sich vieles geändert. Inzwischen wurde einiges aber auch wieder rückgängig gemacht. Bei den Kommaregeln ist fast alles wieder beim Alten, würde ich mal sagen. Abgesehen davon, dass man teilweise auswählen darf, welche Variante man bevorzugt.
@Ellen: Freut mich, dass ich helfen konnte. Ich hoffe aber, du hast das Wochenende nicht nur mit Kommas verbracht ;)
Vielen Dank für den Artikel Barbara! Und wieder hab ich was dazu gelernt. Meine Kommasetzung war bisher eher willkürlich und ich hoffe das ändert sich nun :-)
Ja ja, dieses Kommaproblem :) Bin durch Zufall über deinen Blog gestolpert und mag Deine art zu schreiben. Dieser Artikel hat mich einige Jahrzehnte zurück versetzt.
Bin gespannt was mich die nächste Zeit hier erwartet.
LG aus Dresden… Määäh!
Das ist eine prima Referenz für alle, die durch die vielen Rechtschreibreformen den Überblick verloren haben und jetzt nur noch schreiben wie sie wollen. Vielen Dank dafür, das werde ich mir bookmarken.
Da ich kein Deutscher bin habe ich echt Probleme damit. Danke für diesen Artikel Gruß Mika