Nehmen wir mal an, du möchtest gemeinsam mit deinem Team ein Online-Gewinnspiel realisieren. Deine Aufgabe ist es, das Game zu texten und die Inhalte so aufzubereiten, dass die Web-Entwickler effizient damit arbeiten können. Wie gehst du dabei am besten vor?
Ein ausführliches Tutorial zu diesem Thema ist in Planung. Den ganz Neugierigen möchte ich jedoch heute bereits ein paar Kleinigkeiten verraten und einen kurzen Einblick in meine bevorzugte Arbeitsmethodik geben.
Bevor du weiterliest, lädst du dir am besten dieses Dokument auf deinen Computer runter und schaust es in Ruhe durch:
Beispiel eines Contentbooks
Als erstes fallen dir beim Lesen wahrscheinlich die «merkwürdigen Bezeichnungen» in den Doppelklammern auf. Jeder Text, der später auf der Website erscheinen soll, bekommt seinen eigenen Namen (auch genannt «Key»).

Der Vorteil solcher Keys: Die Web-Entwickler müssen später nicht die ganzen Texte einbauen, sondern können sie mit Hilfe der Keys aus der Datenbank holen. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich ganz besonders, wenn man ein Projekt in mehreren Sprachen umsetzen möchte. Ein weiterer Vorteil: Text und Code können separat bearbeitet werden. Wenn ein entsprechendes System dafür existiert, kann der zuständige Texter alle Texte selbst anpassen und braucht nicht bei jeder Änderung die Hilfe eines Web-Entwicklers.
Wenn du Texte für eine dynamische Website schreibst, wirst du an der einen oder anderen Stelle Variablen einsetzen müssen. Wie diese aussehen, spielt keine so grosse Rolle. Am besten fragst du zuerst die Web-Entwickler, wie sie die Variablen haben möchten. In meinem Beispiel-Contentbook erkennst du die Variablen an den Rautenzeichen (#).

Mit solchen Platzhaltern kannst du zum Beispiel dynamische Empfänger- und Absendernamen in E-Mails kennzeichnen. Häufig sind auch Zahlenangaben dynamisch (Beispiel: «In Ihrem Posteingang befinden sich #NUMBER# neue Nachrichten.»). Ausserdem kannst du auf diese Weise Platzhalter für HTML-Elemente setzen.

Wenn man für ein dynamisches Online-Projekt textet, darf man nicht vergessen, sich diese Frage immer wieder zu stellen. Das Contentbook enthält nicht nur die Inhalte, die auf den ersten Blick sichtbar sind, sondern auch Texte für Seiten oder Meldungen, die der User nur in bestimmten Fällen sieht.

Dazu gehören zum Beispiel:
Deshalb ist es wichtig, dass du immer wieder überlegst, was passiert, wenn jemand auf diesen Button klickt oder wenn er jenes Formularfeld nicht ausfüllt.
Damit die Web-Developer mit deinen Texten arbeiten können, musst du sie so aufbereiten, dass sie in eine Datenbank importiert werden können. Auch dafür gibt es verschiedene Methoden. Manchmal wirst du die Texte über eine speziell dafür erstellte Benutzeroberfläche erfassen müssen. Effizienter ist jedoch die Aufbereitung der Texte in Form einer Tabelle. Die Web-Entwickler können deine Tabelle anschliessend in die Datenbank einlesen und/oder ein XML daraus erstellen.
Diese Methode erleichtert dir die Arbeit insbesondere dann, wenn du eine mehrsprachige Website textest. Dann kannst du die Inhalte nämlich direkt in Tabellenform übersetzen lassen und musst nichts mehr copy-pasten.
Dies war wie gesagt nur ein erster kleiner Einblick in die Welt der Contentbooks. Eine umfassende Anleitung ist in Planung und wird hier irgendwann in den nächsten ein bis zwei Monaten zu lesen sein.
Gibt es inzwischen die “umfassende Anleitung” zum Contentbook? Thema finde ich auf jeden Fall sehr interessant.
Grüsse, Andreas
@Andreas: Bis jetzt nicht. Ich habe jedoch vor, das Angebot in diesem Bereich auszubauen. Das Thema greife ich dann bestimmt auch im Blog wieder vermehrt auf. Vielen Dank, dass du mich daran erinnert hast ;)