Was tun, wenn die Aufträge plötzlich ausbleiben?

21. Januar 2010, 12:28 von Barbara 9 Kommentare

Viele Selbständige kennen diese Situation: Nach einer Zeit relativ hoher Auslastung kommt plötzlich ein Loch. Die Aufträge bleiben aus, es kommt weniger Geld rein. Was nun? In diesem Artikel erfährst du, was du tun kannst, um dich aus dem Auftragsloch zu befreien, ohne dabei halb verrückt zu werden.

Was tun bei einem Auftragsloch?
Quelle: stock.xchng

Keine Panik!

Dass in einer Auftragsflaute Existenzängste erwachen, ist ganz natürlich. Es ist jedoch ausserordentlich wichtig, dass die Panik in dieser Situation nicht Überhand gewinnt. Die Angstgefühle einfach zu unterdrücken, ist allerdings nicht ratsam. Am besten lässt man die Panik einen Moment lang zu, lässt sie sozusagen raus. Dabei darf man ruhig emotional werden. Wenn das Gewitter vorbei ist, ist es wesentlich einfacher, ruhig und gelassen zu sein.

Sich kritisch hinterfragen

Sobald sich die Panik verflüchtigt hat und du wieder klar denken kannst, bist du in der richtigen Stimmung, um dir einige Fragen zu stellen. Es ist wichtig, die Schuld an der Situation nicht nur anderen (z.B. der Wirtschaftskrise) in die Schuhe zu schieben. Frage dich, was du in den letzten Monaten gemacht oder nicht gemacht hast, um genügend Aufträge an Land zu ziehen.

Was tun bei einem Auftragsloch?
Quelle: stock.xchng

Wie viel Werbung hast du gemacht?

Welche Art der Werbung hast du gemacht? Warst du vielleicht so stark mit Projekten ausgelastet, dass du keine Zeit hattest, dich um die Kundenakquisition zu kümmern? Wie aktiv hast du dich direkt bei potentiellen Kunden beworben? Hast du dich vor allem um langfristige Werbestrategien gekümmert und dabei vergessen, aktiv Kunden zu akquirieren? Hast du Werbung gemacht, die nichts gebracht hat? Oder ist es einfach nur ein gewöhnliches Januarloch? All dies können Gründe für eine Auftragsflaute sein.

Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass du mindestens einen Fehler findest, den du dir selbst zuschieben musst. Das Schöne daran: Wenn du selbst für deine Flaute verantwortlich bist, hast du alles in der Hand, um dich auch selbst wieder daraus zu befreien.

Aktiv werden

Jetzt wird es Zeit, aktiv auf die Suche nach neuen Kunden und Aufträgen zu gehen. Am besten setzt du dich erst einmal eine Stunde hin und sammelst Ideen. Was könntest du tun, um möglichst schnell und effizient neue Aufträge zu akquirieren? Dann schreibst du auf: «Online-Inserate schalten, Stellenanzeigen durchforsten, Agenturen anfragen, Xing vollspammen … ». Wetten, dass du bereits nach kurzer Zeit eine lange Liste von Ideen zusammengetragen hast?

Was tun bei einem Auftragsloch?
Quelle: stock.xchng

Brauchst du noch mehr Ideen?

Dann mach dich im Internet schlau! Es gibt viele gute Blogs und Webseiten zu genau diesem Thema. Hilfreiche Infos auf Deutsch findest du beispielsweise im Projektwerk-Blog (übrigens haben die auch eine Projektvermittlung für Freelancer). Und für alle, die auch gerne englischsprachige Artikel lesen, sind die Marketing-Tipps von Freelance Folder sehr empfehlenswert.

Einen weiteren interessanten deutschsprachigen Blog für Selbständige habe ich kürzlich bei Bernd Röthlingshöfer gefunden. Von ihm ist auch das Topseller-Buch Werbung mit kleinem Budget: Der Ratgeber für Existenzgründer und Unternehmen.

Mach dir einen Plan!

Wenn du genügend Ideen gesammelt hast, geht es an die Umsetzung. Wichtig ist, dass du nicht planlos vorgehst, sondern dir konkrete Ziele setzt. Lege fest, welche Aufgaben du an welchem Tag erledigen willst. Reserviere dir beispielsweise täglich eine Stunde für deine Werbemassnahmen. Oder auch mehr, wenn du gerade sehr viel Zeit zur Verfügung hast.

Was tun bei einem Auftragsloch?
Quelle: stock.xchng

Nutze die freie Zeit produktiv!

Natürlich ist es nicht nötig, den ganzen Tag nur noch Marketing zu machen. Sonst besteht die Gefahr, dass du mit der Zeit nichts Anderes mehr im Kopf hast und am Ende noch durchdrehst. Und das wollen wir natürlich nicht.

Nutze deine freie Zeit für eigene Projekte. Am besten suchst du dir etwas aus, das dir entweder als Referenz dienen kann oder mit dem du zusätzliches Geld verdienen kannst. Gestalte eine tolle Website, schreibe ein E-Book, versorge ThemeForest mit neuen WordPress-Themes. Weitere Ideen zum Thema passives Einkommen findest du in meinem Artikel Passives Einkommen: Tipps für kreative Selbständige.

Hast du noch weitere Ideen?

Was sind deine Erfahrungen? Wie hast du in der Vergangenheit solche Situationen gemeistert? Was hast du daraus gelernt? Ich bin gespannt auf deine Tipps!

9 Kommentare

  • Manuel's Gravatar Manuel 22. Januar 2010, 03:11

    Hallo Barbara,
    ich denke auch, man sollte die Ruhe bewahren und die Gelegenheit nützen um Dinge zu erledigen, zu denen man sonst nicht kommen würde. Ich glaube das sit der Freelance-Rollercoaster :) Vielen Dank für die Links, da werde ich auch gleich mal schaun :)
    Viele Grüße
    Manuel

  • Ellen's Gravatar Ellen 22. Januar 2010, 08:37

    Vielen Dank für diese tollen Freelancing-Tipps :-) Oh ja, vor allem am Anfang der Selbstständigkeit gibt es solch ein Auftragstief und die dann auftretenden Zweifel bestimmt besonders nicht nur einmal.
    Ich denke es ist wichtig, an sich und sein Business zu glauben. Nicht aufgeben und und sich nicht entmutigen lassen, sind da meine Leitsätze. Haha, Freelance-Rollercoaster, du sagst es Manuel ;-)

  • Micha's Gravatar Micha 22. Januar 2010, 08:58

    Ich nutze mal deinen aktuellen Artikel um auch hier meine Begeisterung für deinen Blog auszusprechen.
    Eine angenehme Schreibe, informative Beiträge sowie sehr abwechslungsreich – zudem liebevoll verpackt.

    Mach weiter so!
    Gruß Micha

  • Barbara's Gravatar Barbara 22. Januar 2010, 09:02

    @Manuel: Freelance-Rollercoaster ist wirklich eine sehr treffende Wortschöpfung ;) Ja, ich finde auch, dass es manchmal ganz gesund ist, etwas Zeit für die Dinge zu haben, die man in Zeiten hoher Auslastung liegen lassen muss. Nur kann es bei einer zu langen Flaute schwierig werden, die freie Zeit zu geniessen.

    @Ellen: Sehe ich auch so. Ein Business aufzubauen braucht viel positive Energie und Durchhaltevermögen. Man muss an sich und seine Ziele glauben, damit man die Motivation auch in schwierigeren Zeiten nicht verliert. Nicht entmutigen lassen, du sagst es ;)

    Vielen Dank euch beiden für die netten Feedbacks!

  • Heiko's Gravatar Heiko 22. Januar 2010, 09:58

    Danke für den Artikel, es ist nicht immer leicht wirklich ruhig zu bleiben und da kommen auch schon einmal Zweifel am eigenen Können und der Branche. Deine Tipps sind gut und ich werde mir gleich einmal den einen oder anderen Link anschauen. Ansonsten finde ich Deinen Blog sehr schön, optisch wie auch inhaltlich.

    Viele Grüße

    Heiko

  • Micha's Gravatar Micha 23. Januar 2010, 16:49

    @ Barbara:
    Gern geschehen!

    An alle Leser das Schaf benötigt noch eine extra Ration Futter für die Wintermonate - damit wir weiterhin mit hochwertigen “Wolle” beschenkt werden. ^^

    Betr. Artikel:
    Selbst bei der Akquise sollte man darauf achten das das Kosten/Leistungsverhältnis ausgewogen ist. Bspw. macht es bei “Low-Budget-Kunden” wenig Sinn, wenn die Beratungstätigkeit mehr Zeit in Anspruch nimmt als die eigentliche (Erstellen einer kl. Seite etc.).

    Möchte man JEDEN Kunden bedienen sollte man sich, wie im Artikel schon genannt, ein Zeit- bzw. Wichtigkeitsmanagement aneignen. Die eigenen zu zahlenden Rechnungen müssen auch möglichst zeitnah beglichen werden. Ein gesundes Maß an Egoismus hilft da ungemein.

  • Barbara's Gravatar Barbara 23. Januar 2010, 18:59

    @Heiko: Danke auch dir für deinen Kommentar und die netten Worte. Stimmt schon, manchmal kann es schwierig sein, ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn die Flaute ein finanzielles Problem zu werden droht. Wichtig ist einfach, dass man versucht, sich nicht unnötig durch die Angst zu blockieren.

  • Barbara's Gravatar Barbara 23. Januar 2010, 19:10

    @Micha: Das Schaf wartet gerade auf sein Abendessen und kümmert sich in der Zwischenzeit noch ein wenig um den WordWeb-Blog ;)

    Was du schreibst, kann ich nur bestätigen. Mit dieser Art Kunden habe ich auch schon ziemlich viel Zeit vertrödelt. Oft lohnen sich solche Projekte kaum, bzw. kommt es vor, dass trotz aufwändiger Beratung dann doch kein Auftrag zustande kommt. Solche Low-Budget-Kunden haben meist wenig bis gar keine Fachkenntnisse und verstehen nicht, wieso man als Selbständiger ein gewisses Honorar verlangen muss.

    Wenn eine Anfrage mit «Ich habe leider nur ein kleines Budget zur Verfügung.» anfängt, werde ich gleich hellhörig. Aus Erfahrung lohnt es sich dann meist nicht, viel Zeit in Beratung, Offerten, etc. zu investieren.

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