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Schreibblockaden überwinden: Tipps für mehr Kreativität und Schreibgenuss

5. August 2010 . von Barbara Frolik . 3 Kommentare

Wie bei jeder kreativen Tätigkeit kann es auch beim Schreiben passieren, dass sich das leere Blatt einfach nicht füllen will. Wenn es eilt und noch tausend andere Dinge darauf warten, erledigt zu werden, macht der Kopf dicht. Von Ideen und Kreativität keine Spur. Andere sind ans Schreiben ganz einfach nicht gewöhnt und blockieren sich selbst mit der Überzeugung, gut zu schreiben sei unglaublich schwierig. Die totale Schreibblockade. Was du dagegen tun kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Tipps gegen Schreibblockaden
Bild: Flickr, beX out loud

Kreativität unter Druck ist Übungssache.

Ich persönlich kenne Schreibblockaden vor allem aus meiner Studienzeit. Seit ich als Texterin arbeite, habe ich solche Situationen nur selten erlebt. In der Agenturwelt ist es Alltag, unter Druck kreativ sein zu müssen. Anfangs musste ich mich daran gewöhnen. Wenn man täglich schreibt, fällt es aber immer leichter. Man hat gar keine Wahl. Der Text muss bis zur Deadline fertig sein, basta. Das Schöne an Deadlines: Man vertrödelt nicht viel Zeit mit Nachdenken, sondern schreibt einfach drauflos. Und genau das ist der Trick, wenn man sich vor Schreibblockaden schützen möchte.

Schreibe viel, wenn du nicht musst.

Natürlich ist nicht jeder ein Texter. Nicht jeder hat täglich Gelegenheit, beruflich zu schreiben. In diesem Fall solltest du das Drauflosschreiben erst einmal dann üben, wenn du nicht unter Druck stehst. Mach es dir zur Gewohnheit, immer Papier und Bleistift dabei zu haben. Wenn du Zeit hast (z.B. in deiner Freizeit oder im Zug), setz dich hin und schreibe auf, was dir in den Sinn kommt. Vielleicht hast du sogar Lust, ein Tagebuch zu führen. Eine tolle Idee! Einem Tagebuch kannst du anvertrauen, was du willst. Kein anderer Mensch wird es je lesen (es sei denn, du hast einen Spion im Haus oder möchtest dein Tagebuch irgendwann veröffentlichen). Du wirst sehen: Mit der Zeit fällt das Schreiben immer leichter. Und es macht sogar Spass.

Tipps gegen Schreibblockaden
Bild: Flickr, Lucia

Das gute alte Brainstorming ist übrigens ebenfalls eine Form des unkritischen Drauflosschreibens. Wenn du vor einem leeren Blatt sitzt und dir die Ideen fehlen, wird dir diese einfache aber wirkungsvolle Technik immer weiterhelfen. Wenn du schon einmal ein paar Notizen zu Papier gebracht hast, wird dir das Schreiben viel leichter fallen.

Die richtige Einstellung beim Schreiben

Wenn du nicht ganz freiwillig schreibst, also beispielsweise für einen Kunden oder für die Uni, ist das ungezwungene Drauflosschreiben nicht ganz so einfach. Der Text muss gewisse Anforderungen erfüllen, eine logische Struktur haben und anderen gefallen. Mit der richtigen Einstellung kannst du dir aber auch solche Aufgaben viel leichter machen. Lass deinen Kopf nicht mehr mitreden, als unbedingt nötig ist!

Den inneren Schweinehund überwinden

Das Schwierigste beim Schreiben ist meist der Anfang. Wenn man nicht für sich selbst schreibt, ist es nicht immer ganz einfach, die nötige Motivation zu finden. Aber egal, wie lange man trödelt: Die Arbeit wird dadurch nicht leichter – im Gegenteil. Manchmal hilft es, sich eine nette Belohnung auszudenken, die man sich gönnt, sobald die Arbeit erledigt ist. Und dann: einfach anfangen! Nicht an den Zeitdruck denken und einfach schreiben.

Tipps gegen Schreibblockaden
Bild: stock.xchng, broo

Äussere Ablenkungen ausschalten

Nicht nur der Kopf, sondern auch andere Dinge können die Konzentration stören. Das Telefon wirst du möglicherweise nicht ausschalten können. Twitter und Facebook hingegen schon. Deine Blog-Statistiken musst du nicht alle zehn Minuten überprüfen. Und der Staubsauger läuft dir auch nicht davon. Wenn du eine Pause brauchst, gönne dir bewusst ein paar ruhige Minuten fern vom Computer.

Sei nicht zu perfektionistisch.

Dein Text muss nicht von Anfang an perfekt sein. Übertriebener Perfektionismus ist der Todfeind der Kreativität. Konzentriere dich in erster Linie auf den Inhalt. Wenn dir gerade kein passendes Wort einfällt oder dir eine Formulierung nicht gefällt, mach einfach weiter. Hauptsache, die Aussage stimmt. Unreinheiten kannst du später beseitigen. Selbst gute Texte werden noch besser, wenn man sie nach dem Schreiben (am besten nach einer Pause) noch einmal durchliest, überarbeitet und kürzt.

Nicht lesen, sondern schreiben

Viele von uns machen den Fehler, das bereits Geschriebene während des Schreibens immer wieder durchzulesen. Eine schreckliche Angewohnheit! Das ständige Durchlesen ist in den meisten Fällen total unnötig und bremst den Schreibfluss. Das Schreiben wird mühsam und man hat das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen. Verschiebe das Durchlesen auf später. Den Rest kennst du bereits.

Vergiss die Pause nicht.

Selbst dem besten Texter oder Schriftsteller fällt das Schreiben schwer, wenn er übermüdet ist. Die wenigen Schreibblockaden, die ich in den letzten vier Jahren als Texterin hatte, entstanden nicht durch zu viel Druck, sondern deshalb, weil ich einfach keine Energie mehr hatte. Wenn du merkst, dass die Luft draussen ist, zwinge dich nicht zum Weiterschreiben, sondern mach eine Pause. Manchmal reichen drei Minuten Pipipause oder fünf Minuten Durchatmen auf dem Balkon. Zwischendurch darf es auch mal eine viertelstündige Kaffeepause sein. Natürlich solltest du auch die Mittagspause nicht vergessen (für mich die wichtigste Pause von allen). Manchmal ist auch eine längere Pause nötig. Gerade, wenn man selbständig arbeitet, ist es oft schwierig, Urlaub zu machen. Ferien sind aber kein Luxus, sondern wichtig und gut für die Kreativität.

Tipps gegen Schreibblockaden
Bild: Flickr, Demion

Sorge für genügend Abwechslung.

Nur zu schreiben kann mit der Zeit eintönig werden. Die besten Einfälle habe ich oft bei einem Spaziergang draussen in der Natur. Bewegung und frische Luft können einen wahren Kreativitätsschub bewirken. Beschäftige dich vor allem aber auch mit anderen kreativen Dingen. Lies Bücher und Gedichte, kleistere dein Skizzenbuch mit inspirierenden Textschnipseln und Bildern voll, experimentiere mit Modelliermasse, bekleckere eine Leinwand mit Farbe und nenne es Kunst. Erlaubt ist, was Spass macht.

Tipps gegen Schreibblockaden
Bild: Flickr, Lucia

Hilfreiche Bücher zum Thema

Weitere hilfreiche Links mit Tipps gegen Schreibblockaden

Jetzt bist du dran!

Welche Erfahrungen hast du mit Schreibblockaden gemacht? Welche Tricks und Techniken haben dir besonders gut geholfen? Was machst du gegen Ideenlosigkeit und Kreativitätsmangel? Kennst du weitere nützliche Links oder Bücher zum Thema? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

3 Kommentare

  • tina bauer sagt am 5. August 2010

    Liebe Barbara, wunderbarer Artikel mit vielen hilfreichen Tipps! Wenn es mich erwischt, hilft es mir oft, unter Zeitdruck einen Text fertigzuschreiben, dann bleibt einfach keine Zeit zum Nachdenken. Oder ich gehe raus, in die Natur, in ein Café Leute beobachten. Gerne treffe ich mich auch mit Freunden mit Kindern, denn die kleinen sehen die Welt so oft mit anderen Augen, dass sie mich öfters auf Ideen bringen.

  • patrick sagt am 5. August 2010

    Die Strategie hängt bei mir jeweils von der Ausgangslage und der verbleibenden Zeit bis zur Deadline ab.
    Drehe ich mich im Kreis, weil ich mich zu lange mit dem Inhalt – beziehungsweise dessen Vermittlung – auseinandergesetzt habe, helfen neue Eindrücke, um den Kopf durchzulüften. Zum Beispiel eine Runde im Tram durch eine möglichst bevölkerte Stadt.
    Will es nicht fliessen, während Inhalt und Ablauf schon klar sind, hilft oft treibende Musik. Je nach Thema Trance, D&B oder böser Rock. So wird der Text zwar meist massiv zu lange, aber kürzen ist ja mit etwas Übung keine grosse Sache.
    Will es mit dem Einstieg oder dem Ablauf nicht klappen, hilft es – sofern genügend Zeit vorhanden – eine Nacht darüber zu schlafen und das Angelesene sacken zu lassen. Meist tippt es dann am nächsten Morgen wie von selbst.

  • Barbara Frolik sagt am 5. August 2010

    Vielen Dank für eure Kommentare :)

    @Tina: Ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass ein gewisser Zeitdruck sogar hilfreich sein kann. Wie du sagst: Man denkt weniger nach und arbeitet konzentrierter. Kinder sind sowieso super ;)

    @Patrick: Manchmal finde ich Musik auch hilfreich. Teilweise lenkt sie auch ab. Ich höre beim Schreiben am liebsten klassische Musik oder sonst etwas Ruhiges ohne Gesang. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden ;) Eine Nacht drüber zu schlafen ist sowieso ideal. Leider ist das oft nicht möglich.

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